Was passiert bei einer Behandlung?
Die Bowen-Methode arbeitet mit minimalen, gezielten Impulsbewegungen — den sogenannten Bowen Moves — über Muskeln, Sehnen und Faszien. Der Druck ist gering; entscheidend ist die Genauigkeit, nicht die Kraft.
Zwischen den Griffen wird bewusst pausiert. In diesen Pausen antwortet der Körper: mit spürbarer Muskelentspannung, geförderter Durchblutung und einer harmonischen Reorganisation des Gewebes. Deshalb dauert eine Behandlung länger, als die reine Anzahl der Griffe vermuten lässt.
Die vier Merkmale
Sanft und tiefgreifend
Präzise, rollende Griffe über Muskeln, Sehnen und Faszien. Wenig Druck, viel Wirkung.
Ganzheitlich
Die Arbeit harmoniert mit dem vegetativen Nervensystem und hilft, tiefsitzende Verspannungen zu lösen.
Nachhaltig
Charakteristische Pausen zwischen den Griffen geben dem Körper Zeit, sich selbst neu auszurichten.
Für jeden geeignet
Eine sehr schonende Technik — zur Erholung, zur Entlastung und zur Vorbeugung.
Für wen ist das geeignet?
Die Technik ist sehr schonend und kommt ohne kräftiges Kneten aus. Sie eignet sich zur Erholung, zur Entlastung im Alltag und zur Vorbeugung — ebenso nach sportlicher Belastung.
Die Bowen-Methode ersetzt keine ärztliche Behandlung und stellt keine Diagnose. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden lassen Sie diese bitte zuerst ärztlich abklären.
Noch Fragen?
Diese Seite wird noch ausgebaut. Wenn Sie wissen möchten, ob die Methode zu Ihrem Anliegen passt, klärt sich das am schnellsten im Gespräch — hier stehen die Kontaktdaten.
Anwendungsgebiete
Anlässe für eine Behandlung
Manche kommen mit einer bestimmten Stelle, andere einfach, weil der Körper Ruhe braucht. Beides ist ein guter Grund.
Kopf und Kiefer
- Spannungskopfschmerz und Druck hinter den Schläfen
- Ein fester Kiefer, Knacken beim Öffnen, nächtliches Zähneknirschen
- Druckgefühl in Stirn und Nebenhöhlen
Nacken, Schultern, Arme
- Verspannter oder steifer Nacken
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter
- Spannung im Ellenbogen nach einseitiger Belastung
- Kribbeln, Taubheit oder Kraftlosigkeit in Händen und Fingern
Rücken und Becken
- Beschwerden im unteren und oberen Rücken
- Muskelverspannung nach langem Sitzen oder schwerem Heben
- Ausstrahlende Spannung ins Bein
- Schiefstand im Becken, ungleiche Belastung beim Gehen
Hüfte, Knie, Füße
- Steifigkeit in Hüfte und Sprunggelenk
- Knieprobleme nach Belastung
- Fußbeschwerden, Fehlstellungen der Zehen
- Erholung nach sportlicher Belastung
Allgemein
- Innere Unruhe und Anspannung
- Unruhiger Schlaf
- Erschöpfung nach fordernden Wochen
- Der Wunsch, Beweglichkeit zu erhalten, solange sie da ist
- Begleitend zur Genesung nach Verletzungen oder Operationen, in Absprache mit den behandelnden Ärzten
Die Technik ist so sanft, dass Alter oder Trainingszustand keine Rolle spielen. Behandelt wird nicht gegen etwas, sondern für die Erholung des Gewebes.
Die Bowen-Methode ersetzt keine ärztliche Behandlung und stellt keine Diagnose. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden lassen Sie diese bitte zuerst ärztlich abklären.
Das Leben von Thomas Ambrose Bowen
Geboren 18. April 1916, gestorben 28. Oktober 1982.
Die Bowen-Technik trägt den Namen eines Mannes, der nie Medizin studiert hat. Thomas Bowen war Handwerker, Fabrikarbeiter und Familienvater in einer australischen Kleinstadt in der Nähe von Melbourne und wurde nebenbei zu einem der meistbeschäftigten Therapeuten seines Landes.
Ein Mann ohne medizinische Ausbildung
Thomas Ambrose Bowen wurde am 18. April 1916 in Brunswick bei Melbourne geboren, als Sohn britischer Einwanderer aus Wolverhampton. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und verließ die Schule mit 14 Jahren. Eine Ausbildung in Medizin oder Physiotherapie hatte er zeitlebens nicht.
Vom Milchwagen auf die Baustelle
Bevor er zum Therapeuten wurde, verdiente Bowen seinen Lebensunterhalt mit den Händen: als Milchausträger, als Arbeiter in einer Wollspinnerei, später im Baugewerbe wie schon sein Vater. Zuletzt arbeitete er als Hilfsarbeiter im Zementwerk von Geelong – diesen Job behielt er noch, als er abends begann, Menschen zu behandeln.
Die ersten Behandlungen in Geelong
Um 1957 bot Bowen nach Feierabend im Haus befreundeter Nachbarn erste Behandlungen an. Er hatte beobachtet, dass bestimmte, sehr gezielte Bewegungen am Körper spürbare Reaktionen auslösten, und entwickelte daraus Schritt für Schritt seine eigene Methode. Der Zulauf wuchs rasch, bald eröffnete er eine eigene Praxis in der Latrobe Terrace.
Familie und Ehrenamt
Bowen heiratete seine Frau Jessie in den frühen Kriegsjahren und lebte mit ihr zunächst bei seinen Eltern in Geelong. Nebenbei engagierte er sich bei der Heilsarmee und leitete dort einen Jungenclub, in dem er selbst als Schwimmtrainer aktiv war. Dieser Sinn für praktische Nachbarschaftshilfe prägte später auch seine Arbeit als Therapeut.
Ein Praxisalltag mit hundert Patienten
Aus dem Feierabend-Nebenjob wurde eine der belebtesten manuellen Praxen Australiens. Bowen behandelte täglich 65 bis über 100 Menschen, insgesamt rund 13.000 Behandlungen im Jahr – meist nur wenige Minuten pro Patient, mit den charakteristischen Pausen, in denen der Körper selbst weiterarbeiten sollte.
Wen er behandelte
Seine Patienten kamen aus allen Schichten: Kinder mit Behinderung, Asthmapatienten, verletzte Sportler, aber auch Opernsänger, Fernsehpersönlichkeiten und sogar ein Rennpferd. Samstagvormittags bot er eine kostenlose Sprechstunde für Kinder mit Behinderung an – unter anderem für junge Patienten mit Polio, Zerebralparese oder Spina bifida.
Engagement über die Praxis hinaus
Regelmäßig behandelte Bowen unentgeltlich: Menschen mit Behinderung, ältere Patienten, Sozialarbeiter und Polizisten. Sonntags besuchte er das Gefängnis von Geelong. Für seine Unterstützung der Polizei erhielt er eine Ehrung des Geelong Crime Car Squad – erst der zweite Zivilist, dem diese Auszeichnung je zuteilwurde.
Anerkennung durch den Staat Victoria
1974 untersuchte eine Studie der Regierung des Bundesstaats Victoria alternative Heilmethoden. Für Bowens Praxis wurde festgehalten, dass sich die Beschwerden der Patienten in mehr als 85 Prozent der Fälle besserten – bei einem Praxisumfang, den zu dieser Zeit kaum jemand erreichte.
Sechs Schüler und der Weg um die Welt
Bowen hielt seine Methode nie schriftlich fest. Erst gegen Ende seines Lebens ließ er sechs Schüler – von ihm selbst „Tom’s Boys“ genannt – bei der Arbeit zusehen. Einer von ihnen, Oswald Rentsch, begann 1986 mit einer systematischen Ausbildung und trug die Methode in mehr als 40 Länder. Bowen starb im Oktober 1982 im Alter von 66 Jahren – sein Werk lebt bis heute in der Bowen-Technik weiter.